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Vorsorge > Speiseröhre

Allgemein

Auch für die Speiseröhre sind heute die wichtigsten krebsbegünstigenden Faktoren bekannt und sollten bereits durch den Hausarzt oder durch spezialisierte Methoden beseitigt oder überwacht werden. Allgemein gilt es nicht allein den Krebsformen vorzubeugen, sondern auch andere Erkrankungen so früh als möglich zu diagnostizieren und sofort richtig zu behandeln.


Glücklicherweise entwickelt sich zunehmend eine individualisierte, auf den Patienten, seine Beschwerden und Risiken zugeschnittene Medizin. Im Einzelfall können daher unsere Empfehlungen von denen der Fachgesellschaften abweichen, da diese ja für eine statistische Gesamtbevölkerung geschaffen wurden. (Link zur Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten)

 

Risikofaktoren

Neben den gängigen ernährungsmedizinischen Risikofaktoren zu fett, zu heiß, zu salzig, sollten Sie auf eine ausgewogene faserreiche (Obst und Gemüse) Ernährung achten, keinen Alkohol konsumieren (v.a. keinen hochprozentigen), nicht rauchen, und abends nicht zu spät essen. Die häufigste Erkrankung im Magen-Darm-Trakt, die Reflux-Erkrankung, sowie der seltenere Barrett-Ösophagus spielt auch bei der Entstehung von Speiseröhrenkrebs eine entscheidende Rolle.


Reflux (GERD-Gastroesophageal Reflux Disease)
Diese mit Beschwerden wie epigastrischen (Oberbauch-)Schmerzen, Schluckstörungen, Sodbrennen, chronischen Rachen- oder Bronchienentzündungen einhergehende, aber häufig auch symptomlose Erkrankung betrifft fast 10% der Bevölkerung. Einigkeit besteht heute darin, dass Patienten mit häufigen Beschwerden, einer Verschlechterung trotz Therapie oder einer Beteiligung anderer Organsysteme einer einmaligen Magenspiegelung (sog. Index-Endoskopie) bedürfen. Ziel dieser Untersuchung ist es, ursächliche oder begleitende Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre zu erkennen. Häufig kann ein Beratungsgespräch in unserer Praxis Ihnen und Ihrem Hausarzt helfen, eine dauerhafte und erfolgreiche Therapie durchzuführen.


Barrett-Ösophagus
Hierbei handelt es sich um Veränderungen an der Schleimhautgrenze zwischen Speiseröhre und Magen, die die Entstehung vom Speiseröhrenkrebs direkt begünstigt.


Diese Schleimhautveränderungen sind im Rahmen einer konventionellen Magenspiegelung, besser jedoch durch spezialisierte Techniken (z. B. Chromoendoskopie - leider noch keine Kassenleistungen) erkennbar und können im Falle stärkerer Zellveränderungen endoskopisch abgetragen werden. Ein wahrer Gelehrtenstreit hat sich an der Frage zu einer richtigen Überwachungsstrategie entfacht. Hintergrund dieses Disputes ist die Tatsache, dass eine eigentlich nicht seltene Veränderung (z.B. Short- oder Ultrashort-Barrettösophagus) einer zwar seltenen, jedoch rapide zunehmenden Krebsart (Adenokarzinom der Speiseröhre) gegenübersteht. Auch hierbei stehen wir Ihnen und Ihrem Hausarzt in der Festlegung einer vernünftigen Vorsorgestrategie gerne zur Seite.

 

Vorsorge

Die beste Vorsorge ist die Prävention: versuchen Sie sich faserreich, ballaststoffreich, fettarm und eher proteinreich zu ernähren. Meiden Sie das inhalative Rauchen, trinken Sie keinen Alkohol (v.a. keinen hochprozentigen), essen und trinken Sie nicht zu heiß und essen Sie nicht zu spät. Drei Stunden vor dem Zu-Bett- Gehen sollten Sie nicht mehr essen! Auch kann eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht förderlich sein.


Die Untersuchung der Wahl bei unklaren Oberbauchbeschwerden (v.a. im Bereich des mittleren Oberbauchs) einhergehend mit Sodbrennen oder zur Diagnostik einer Reflux-Erkrankung stellt die Gastroskopie dar.


Weiterführende Untersuchungen können zudem angeboten werden: Die Ösophagus-Kapselendoskopie, die Bravo-Kapsel, sowie die Ösophagus-Manometrie.


Warnzeichen (Symptome)

Typische Beschwerden, die auf eine Erkrankung der Speiseröhre hindeuten, sind Schluckstörungen, Druck hinter dem Brustbein, Sodbrennen, Husten und Heiserkeit.


Dabei kann man anhand der klinischen Symptome kaum eine Unterscheidung zwischen den einzelnen Erkrankungen machen. Eine Reflux-Erkrankung kann mit Sodbrennen und Druckgefühl hinter dem Brustbein einhergehen, entzündliche Veränderungen (Ösophagitis) gehen hingegen eher mit Schluckstörungen einher.


Die Symptome von Speiseröhrenkrebs hingegen können mannigfaltig sein.

 

Diagnose

Zur Abklärung von Oberbauchbeschwerden ist die Gastroskopie (Magenspiegelung) ein unverzichtbares Instrument. Nur sie kann eine genaue Diagnose stellen oder eine Erkrankung ausschließen.


Als weiterführende Untersuchungen können wir anbieten: Die Ösophagus-Kapselendoskopie, die Bravo-Kapsel, sowie die Ösophagus-Manometrie.


Mehr Informationen:
Magenspiegelung, Kapselendoskopie, Funktionsdiagnostik

 

Therapie

Falls bei Ihnen Reflux diagnostiziert wurde, reicht in der Regel die Einhaltung der diätetischen Maßnahmen (siehe Vorsorge), sowie bei Bedarf eine Gewichtsreduktion aus. Bei weiter bestehenden Beschwerden kann ein moderner Protonenpumpeninhibitor (sog. PPIs) verschrieben werden.


Bei Nachweis von Polypen, Verengungen, sowie dem Barrett-Ösophagus können Polypektomien, Bougierungen, und großflächige Abtragungen angeboten werden.


Mehr Informationen: Polypenentfernung